Verluste für den Comic

Der plötzliche Tod von Alvin Buenaventura reisst eine schmerzhafte Lücke in die nordamerikanische Comic-Szene. Der Verleger von Buenaventura Press und später Pigeon Press hatte sich mit einer Reihe ganz unterschiedlicher Comic-Publikationen einen Namen gemacht, von klassischen Autobio-Comic-Büchern wie Vanessa Davis' "Spaniel Rage" hin zum Wuselbild-Leporello "Elvis Road" von Helge Reumann & Xavier Robel. Bekannteste Veröffentlichung war sicherlich die großformatige Anthologie "Kramers Ergot 7", die er 2008 mit Sammy Harkham herausgab. Ich selbst habe Alvin nur ein Mal getroffen, auf dem Comicfestival in Angoulême 2005 (glaube ich). Wir sprachen nur kurz und weniger über Comics als über unsere Vorliebe für die genialen The Sea & Cake. Sein zurückhaltendes, aber bestimmtes Auftreten – Zeichen für jeden guten Verleger – sind mir in Erinnerung geblieben.

Es ist ganz natürlich, dass die Öffentlichkeit sich für die Künstler interessiert, denn sie machen die Comics, die wir alle so schätzen. Im Hintergrund werkeln jedoch viele weitere Menschen daran, dass ihre Comics auch bearbeitet, übersetzt, gedruckt, vertrieben, verkauft und besprochen werden – in Sachen Herzblut und Engagement stehen viele den Künstlerinnen und Künstlern in nichts nach. Sie halten den Motor am Laufen, ohne den Comics keine Verbreitung und Anerkennung finden würden. Wie Ende Dezember bekannt wurde, starb Redakteur und Autor Guido Paul bereits im November 2015, am 26. Dezember folgte der für Panini tätige Redakteur und Übersetzer Steve Kups, an die hier noch einmal erinnert werden soll.

Auf seinem Blog gibt Tim Hensley zu verstehen, dass sich Alvin Buenaventura selbst das Leben genommen hat. Auch wenn hier noch die letzte Bestätigung fehlt, will ich das zum Anlass nehmen, um darauf hinzuweisen, dass es für diejenigen, die keinen anderen Ausweg aus ihrer Misere sehen, vielfältige Hilfe gibt:

Rund um die Uhr ist die Telefonseelsorge unter den bundeseinheitlichen kostenlosen Rufnummer 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar, im Internet gibt es unter www.telefonseelsorge.de Informationen und einen anonymen Chat. Hilfreiche Informationen, zum Beispiel zu Hilfsangeboten in vielen Stäften, finden sich auch auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention www.suizidprophylaxe.de.

Im Freundes- und Verwandtenkreis waren es allein bei mir zu viele, die sich selbst umgebracht haben. Ihnen hätte geholfen werden können. Also: Baut keinen Mist, es gibt Hilfe.

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