"Superheroes" und ein "Spirit"-Test

Arte wiederholt am kommenden Samstag den Doku-Dreiteiler "Superheroes: Die ewige Schlacht" von Michael Kantor. In über zweieinhalb Stunden wird hier der große Bogen geschlagen von den frühen Comics, den ersten Heften und dem Aufkommen der Superhelden über deren unglaublichen Erfolg, neue Impulse und vielseitige Erzählansätze im Laufe der Jahrzehnte bis zu den (vor zwei Jahren) aktuellen Verfilmungen. Dass darin der Eindruck erweckt wird, dass Superhelden-Comics nun von Filmen und Videospielen abgelöst werden – geschenkt. Die erzählerischen Impulse für die Verfilmungen liefern immer noch die Comics, was unter anderem die Auseinandersetzung mit Marvels Crossover "Civil War" in der arte-Doku zeigt: Die von Mark MIllar geschriebene Serie wird Grundlage der nächsten Runde der kommenden Marvel-Filme nach dem nächsten Teil der "Avengers".

Überhaupt ist die Liste der Autoren, Zeichner und weiterer Kreativer, die hier vor der Kamera erscheinen, beachtlich: Neal Adams, Ramona Fradon, Irwin Hasen, Carmine Infantino, Paul Dini, Stan Lee, Jeph Loeb, Todd McFarlane, Frank Miller, Alan Moore, Grant Morrison, Denny O´Neil, Trina Robbins, Joe Simon, Jim Steranko, Mark Waid, Len Wein und andere erzählen die Geschichte der Superheldencomics nach. Nicht nur für Genre-Fans ist der Dreiteiler ein Muss. Und wer am kommenden Samstag schon etwas Anderes vor hat, wird die Dokumentation in der arte-Mediathek noch eine Woche ansehen können. Oder auf youtube: Alle drei Teile finden sich unten.

Gewissermaßen eine Ergänzung dazu ist ein Animationstest für eine nie realisierte Zeichentrick-Verfilmung von "The Spirit" (gibt es ganz unten zu sehen). Anfang der 1980er hatten Steven Paul Leiva und unter anderem Brad Bird, der inzwischen mit Filmen wie "Ratatouille" und "The Incredibles" bekannt geworden ist, versucht, Will Eisners Charakter auf die Leinwand zu bringen. Bird und einige Kollegen fertigten damals den rund dreiminütigen, charmanten Testfilm an, aus dem Mangels nicht zustande gekommener Finanzierung nie ein Film geworden ist. Über diese Anekdote der Zeichentrickgeschichte schrieb Leiva bereits 2008 für die LA Times, den auf VHS gespeicherten Testfilm hat er erst jetzt veröffentlicht.
 

Diese können Sie auch interessieren...

Twitter icon
Facebook icon
Google icon
Pinterest icon