„Tüti“, „Die Bienen“, „Dunkler Fleck“

Nach dem Ende seines täglichen Webcomics hat Dominik Wendland seine Drohung wahr gemacht und inzwischen zwei umfangreichere Comics veröffentlicht. Umfangreich heißt in diesem Fall: Die 18-seitige Geschichte „Tüti“ sowie mit acht Seiten „Die Bienen“. Und in beiden zeigt sich, dass es ich lohnt, nicht am Gerüst des täglichen Comics festzuhalten: Beide verbindet ein gewisses Tänzeln auf dem Übergang zwischen geradliniger Erzählung und symbolisch aufgeladener Geschichte. In diesen (nach eigenen Angaben) „Übungsgeschichten“, die dramaturgisch auch ganz unterschiedlich erzählt werden („Tüti“ beispielsweise quasi als Episodencomic) zeigt sich eine ganz eigene, wiedererkennbare Handschrift Wendlands. Davon will man mehr lesen.

Gleiches gilt auch für Matthias Lehmann, der seit Jahren immer wieder Kurzcomics veröffentlicht, beispielsweise in „Jazam“ oder, wie jetzt wieder, auf mycomics.de. Dort wurde am vergangenen Wochenende zur 12-Stunden-Comic-Aktion aufgerufen, der halbierten 24-Stunden-Challenge: 1 Geschichte mit 12 Seiten in 12 Stunden. Und für eine in dieser Zeit aufs Blatt geworfene Geschichte ist „Dunkler Fleck“ – besonders optisch – wieder herausragend. Lehmann hat bisher einen biografischen Comic zu Monet zeichnerisch umgesetzt und ansonsten eine Reihe von Kinderbüchern illustriert. Wann kommt endlich der eigene Langcomic?

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Bevor es zu Verwechslungen kommt: Es gibt zwei Comic-Autoren mit dem Namen Matthias Lehmman: Einen deutschen (siehe oben) und einen aus Frankreich. Letzterer ist Autor des bei Carlsen kürzlich veröffentlichten Bandes „Die Favoritin“.
Weitere 12h-Comics werden derzeit bei mycomics.de unter „Neue User Comics“ eingestellt.

Abbildungen: © Domink Wendland, © Matthias Lehmann

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